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LOTOTO in der Automobilindustrie
Die Fertigung in der Automobilindustrie beruht auf Linien mit einer großen Zahl ähnlicher Maschinen. Die Instandhaltung hat oft nur ein kurzes Fenster zwischen den Schichten oder während eines geplanten Linienstillstands. Der LOTOTO-Prozess muss die Mitarbeitenden hier schnell und eindeutig zur richtigen Maschine, zu den richtigen Trennstellen und zur aktuellen Arbeitsanweisung führen.
LOTOTO in der Automobilindustrie bedeutet Verriegelung, Kennzeichnung und Prüfung der Wirksamkeit der Trennung an Pressen, Roboterzellen, Schweiß- und Montagelinien. Im Mittelpunkt stehen die eindeutige Identifikation der richtigen Maschine und der schnelle Zugriff auf die richtige Arbeitsanweisung.
Unter vielen ähnlichen Maschinen zählt die Gewissheit, die richtige zu verriegeln.
Was ist an LOTOTO in der Automobilindustrie besonders?
Kurze AntwortViele nahezu identische Maschinen nebeneinander, kurze Instandhaltungsfenster und eine Kombination aus elektrischer, pneumatischer, hydraulischer und gespeicherter mechanischer Energie an einer Anlage.
Presswerk, Karosseriebau, Lackiererei und Montage sind in Linien organisiert, in denen sich Maschinen desselben Typs wiederholen. Roboterzellen sehen von außen ähnlich aus, ihre Trennstellen können sich jedoch unterscheiden. Die Verwechslung einer Maschine oder einer Trennstelle ist in der Automobilindustrie deshalb ein reales Thema.
Die zweite Herausforderung ist die Zeit. An die Verfügbarkeit der Linie werden hohe Anforderungen gestellt, und die Instandhaltung wird oft in kurze Fenster eingeplant. Gerade dann ist es wichtig, dass die Vorbereitung der Verriegelung nicht mit der Suche nach einer Papieranweisung und der Prüfung beginnt, welche Maschine die richtige ist.
Welche Anlagen und Energien werden in der Automobilindustrie typischerweise getrennt?
Kurze AntwortVor allem Pressen, Roboterzellen, Schweißlinien, Lackieranlagen, Fördertechnik und Montagelinien. Neben der elektrischen Energie geht es oft um pneumatische, hydraulische, mechanische und gravitative Energie.
| Anlage / Bereich | Beispiele für Energiequellen |
|---|---|
| Pressen und Pressenstraßen | elektrisch, hydraulisch, mechanisch, gravitativ |
| Roboterzellen | elektrisch, pneumatisch, mechanisch, gravitativ |
| Schweißlinien und Vorrichtungen | elektrisch, pneumatisch |
| Lackiererei | elektrisch, pneumatisch, thermisch |
| Fördertechnik und Handhabungssysteme | elektrisch, mechanisch, gravitativ, pneumatisch |
| Montagelinien | elektrisch, pneumatisch |
Es handelt sich um Beispiele zur Veranschaulichung, nicht um eine vollständige Liste. Die konkreten Energiequellen und Trennstellen ergeben sich aus dem Anlagenregister und den freigegebenen Verfahren Ihres Betriebs.
Besondere Aufmerksamkeit verdient Energie, die auch nach dem Abschalten in der Maschine verbleibt: der angehobene Stößel einer Presse, eine Roboterachse, eine Feder, der Druck in einem pneumatischen oder hydraulischen Kreis. Im digitalen Prozess wird jede Energieart gesondert erfasst, mit ausführender Person und Schlossnummer. Als verriegelt gilt die Anlage erst nach Bestätigung aller geforderten Energien. Mehr dazu auf der Seite Energieisolierung.
LesenEnergieisolierungWie stellen Sie sicher, dass die richtige Maschine verriegelt wird?
Kurze AntwortMit einem eindeutigen Maschinencode im Register und einem QR-Etikett direkt an der Maschine. Beim Anlegen der Verriegelung scannt die Person den QR-Code, und das System wählt die Anlage aus, ohne dass der Code abgetippt werden muss.
Das Anlagenregister arbeitet mit der Kennzeichnung, die Sie im Betrieb bereits verwenden. Zu jeder Maschine lassen sich eine Beschreibung, die zugeordneten Energiearten und Fotos erfassen. Ein Foto der konkreten Maschine und ihrer Umgebung hilft, gleich aussehende Anlagen zu unterscheiden. QR-Etiketten lassen sich für eine ganze Linie gesammelt drucken.
Besteht an der Maschine bereits eine andere aktive Verriegelung, weist das System darauf hin. Die Übersicht der aktiven Verriegelungen ist auch auf einem Wandbildschirm ohne Anmeldung verfügbar. Details beschreiben wir auf der Seite Erfassung von Verriegelungen.
Der QR-Code erleichtert die Auswahl des richtigen Eintrags. Er bestätigt nicht, dass die Trennung physisch durchgeführt wurde.
Produktionslinien und Roboterzellen folgen in der Regel einer internen Kennzeichnung technischer Einheiten – nach Linie, Station oder Zelle. Das Anlagenregister kann diese Struktur übernehmen, sodass die Person am QR-Etikett dieselbe Kennzeichnung sieht, die sie von der Linie kennt.
Wie laufen Instandhaltung und Stillstände in der Automobilindustrie ab?
Kurze AntwortKurze Eingriffe zwischen den Schichten, Störungsbehebung während der Produktion und umfangreichere Arbeiten bei geplanten Linienstillständen.
Bei einer Störung ist der Zeitdruck am größten. Gerade dann hilft es, wenn Anlage, Energien und Arbeitsanweisung sofort verfügbar sind und nicht gesucht werden müssen. Bei geplanten Eingriffen lässt sich der Verriegelungseintrag vorab vorbereiten und als Entwurf belassen, bis das Instandhaltungsfenster beginnt.
Beim Linienstillstand werden oft mehrere zusammengehörige Maschinen verriegelt, zum Beispiel eine ganze Roboterzelle mit Förderer. Solche Anlagen lassen sich vorab gruppieren, und die Verriegelung kann für die gesamte Gruppe auf einmal erstellt werden.
Wie kommt die Arbeitsanweisung direkt an die Maschine?
Kurze AntwortBestehende Arbeitsanweisungen auf Papier oder als PDF können wir digitalisieren. Die Person scannt den QR-Code an der Maschine, und auf dem Smartphone öffnet sich die Anweisung für genau diese Anlage.
Anlage mit QR-Code
Das Etikett identifiziert die Anlage im Register.
Smartphone, ohne Installation
Mit der Kamera scannen und im Browser öffnen.
Interaktive Anweisung
Hinweise, Fotos und Warnungen in der richtigen Reihenfolge.
Schritte, Prüfungen, Bestätigungen
Die Mitarbeitenden bestätigen Schritte und Prüfpunkte.
Bei wiederkehrenden Maschinentypen lässt sich die Struktur der Anweisung mehrfach verwenden. Trennstellen, Fotos und Warnhinweise müssen jedoch immer der konkreten Maschine entsprechen. Teil der Anweisung ist auch der Tryout, also die Prüfung der Wirksamkeit der Trennung. Wie er erfasst wird, gestalten wir nach den Regeln Ihres Betriebs.
Die Digitalisierung von Arbeitsanweisungen setzen wir als individuelle Leistung um. Der Inhalt der Anweisung bleibt in Ihrer fachlichen Verantwortung. Mehr dazu auf den Seiten Digitale Arbeitsanweisungen und QR-Arbeitsanweisungen.
Wie lassen sich Instandhaltung, Einrichter und Technologielieferanten koordinieren?
Kurze AntwortJede Person oder Gruppe schließt sich der Verriegelung an. Entriegelt werden kann die Maschine erst, wenn keine von ihnen mehr aktiv ist.
An einer Zelle können Elektriker und Mechaniker der Instandhaltung, Einrichter sowie Techniker des Roboterlieferanten oder Anlagenintegrators arbeiten, etwa bei einer Anpassung der Technologie. Die Übersicht zeigt, wer der Verriegelung angeschlossen ist, wie diese Person erreichbar ist und in welchem Stand ihre Arbeit ist. Der Antragsteller muss die Arbeiten beenden, bevor die Entriegelung beginnt.
Beim Schichtwechsel kann eine berechtigte Vertretung den Schritt übernehmen, und der Eintrag hält fest, wer ihn tatsächlich ausgeführt hat. Wie Fremdfirmen in den Prozess eingebunden werden, legen wir nach Ihren Regeln fest.
Wie lassen sich Freigabe und Dokumentation regeln?
Kurze AntwortDie Freigabeberechtigung lässt sich an Anlagen oder Bereiche binden, und eine Person darf nur die Energiearten sichern, für die sie bestimmt ist.
Der Operator gibt Verriegelungen an Maschinen frei, für die er verantwortlich ist. Der Benutzertyp ist an Energiearten gebunden, sodass zum Beispiel die Elektrofachkraft die elektrische Trennung bestätigt. Ist eine Anlage für gefährliche Arbeiten gekennzeichnet, etwa Schweißen bei einer Anpassung der Technologie oder Arbeiten in der Höhe an einem Förderer, wird dem Eintrag eine Formularvorlage zugeordnet und das ausgefüllte Dokument beigefügt.
Wer welche Schritte beantragen, freigeben und ausführen darf, richten wir nach Ihren internen Regeln ein. Mehr dazu auf der Seite Berechtigungsverwaltung.
Was kann ein digitaler LOTOTO-Prozess in der Automobilindustrie bringen?
Ohne Versprechen in Prozent. Es geht um konkrete Dinge, die der digitale Prozess im Arbeitsalltag verändert:
Wie starten Sie mit digitalem LOTOTO in der Automobilindustrie?
Kurze AntwortWir empfehlen, mit einer Linie oder Halle zu beginnen, das Maschinenregister und die Kennzeichnung zu prüfen und erst dann zu erweitern.
In dieser Branche stützen wir uns auf unsere Erfahrung mit LOTOTO-Prozessen und auf die Analyse Ihres Betriebs. Zuerst gehen wir Ihr bestehendes Verfahren, Ihre Arbeitsfreigaben und die Rollenverteilung durch. Danach schlagen wir vor, wie der digitale Prozess aussehen soll. Den Ablauf der Einführung beschreiben wir auf der Seite Lösung, den weiteren Kontext im Artikel LOTOTO digitalisieren.
Was ersetzt digitales LOTOTO nicht?
Häufige Fragen
Können wir unsere bestehende Maschinenkennzeichnung verwenden?
Ja. Das Anlagenregister arbeitet mit dem Code, den Sie im Betrieb verwenden. Zur Maschine lassen sich Beschreibung, Energiearten, Fotos und ein QR-Etikett ergänzen.
Muss auf dem Smartphone eine App installiert werden?
Nein. Die LOTOTO-Anwendung läuft im Webbrowser auf PC, Tablet und Smartphone. Der QR-Code wird mit der Kamera direkt im Browser gescannt.
Ist die digitale Arbeitsanweisung Teil der Anwendung?
Die Digitalisierung von Arbeitsanweisungen setzen wir als individuelle Leistung nach den Anforderungen des Betriebs um. Umfang und Verknüpfung mit dem LOTOTO-Prozess legen wir bei der Implementierung fest.
Wo wird der Tryout erfasst?
Wie der Tryout erfasst und in den digitalen Workflow eingebunden wird, gestalten wir nach den Regeln Ihres Betriebs.
Nächster Schritt
Zeigen Sie uns, wie Sie Maschinen verriegeln.
Wir gehen mit Ihnen Ihr LOTOTO-Verfahren, die Kennzeichnung Ihrer Maschinen und die Organisation der Instandhaltung durch. Danach legen wir gemeinsam fest, wo die Digitalisierung den größten Sinn ergibt.
